Wallerboot 2.0 „Der Umbau beginnt“ + „Es ist fertig“

KMAXXI

Der Anfang war gemacht und das Material lag neben dem Trailer zusammen mit dem Boot in der Halle.

Als Erstes wurde der Trailer umgebaut, einige Streben wurden gekürzt und dann konnte ich die Thielen auf die extra angefertigten Halter schrauben. Als Bezug verwendete ich normalen „Rasenteppich“ aus dem Baumarkt, dieser sollte ja nur den Unterboden vor Kratzern schützen.

Bootstrailer

Durch die gute Vorplanung und die angefertigten Trailerteile war der Umbau in einem halben Tag gemacht.

 

Dann ging es ans Boot. Die hintere Sitzfläche sowie die Idee von 2 dreier Rutenhalter waren fest in meinem Kopf verankert, vorne wollte ich umbedingt einen wasserdichten Stauraum mit 2 großen Luken für Schwimmweste, Anker, etc. Neben etlichen Zeichnungen und Versuchen aus Karton suchte ich auch im Internet nach Ideen oder Anregungen. Leider fand ich nichts was meinen Ansprüchen genügte.

Da ich im vorderen Bereich auf keinen Fall Löcher bohren wollte, musste ich auf Kleben ausweichen. Auch die vorderen beiden Rutenhalter sollten geklebt werden. Mein Vertrauen in die geklebten Teile war gegen Null, aber ich wurde zum Glück eines Besseren belehrt 😉

Die Plattform/Sitzfläche hinten wurde aus 18mm Schalungsplatten hergestellt, die 3er Rutenhalter wurden mit 4 Löchern durch den Heckspiegel geschraubt. Zwei Winkel habe ich passend geschnitten, sodass diese auf die bereits vorhandenen Löcher passten und die Sitzfläche zusätzlich unterstützten. Bei den ersten Sitzproben bemerkte ich, dass ich noch zwei zusätzlichen Winkel benötigte sowie eine senkrechte Strebe zum Boden. Die Sitzfläche sollte im Extremfall das Gewicht von 2-3 Personen aushalten können. Die zusätzlichen Winkel wurden mit Sikaflex 252 i an die angeschliffene Bordwand geklebt. Nach 24 Stunden Trocknungszeit wurde der erste Belastungstest gemacht und siehe da, nichts wackelte, alles saß bombenfest. Die Befürchtungen, dass die geklebten Winkeln nicht halten, schienen sich in Luft aufzulösen. Die senkrechte Strebe wurde ebenfalls aus 18mm Schalungsplatte geschnitten und mit 5 120mm Spax fest geschraubt. Die Rutenhalter sollten sauber und ordentlich durch die Sitzfläche gehen, also habe ich die Durchführung mit der Lochfräse gebohrt, Kanten geschliffen und mit 2Komponeten Harz versiegelt.

Hintere Sitzfläche Rutenhalter 3er Hintere Sitzfläche Hintere Sitzfläche Zusatzwinkel

Damit die Bank nicht nur gut aussieht, sondern auch bequem ist, habe ich sie mit Marineteppich bezogen. Den Teppich habe ich auf der Wallermesse Passau gekauft und für den qm um die 20 Euro bezahlt.

Hintere Sitzfläche Hintere Sitzfläche

Wenn man schon mal Löcher gebohrt hat, heißt es soviele Anbauteile an den Schrauben/Schraublöchern anzubringen wie möglich. Gerade beim Driften wollte ich unbedingt noch eine Emotorhalterung am Heck haben. Aus 3mm Alublech habe ich ein UProfil gebogen und dieses mit Abstandshaltern auf die vorhandenen Schrauben der Rutenhalter geschraubt. Die Motorhalterung selbst besteht aus zwei Siebdruckplatten, die mit M6 Schrauben an das UProfil geschraubt wurden. Einfach, aber effektiv.

Uprofil Emotorhalterung Emotorhalterung

Für die vordere Plattform kamen Siebdruckplatten mit 15mm Stärke zum Einsatz. Nach Stunden langem Messen, Sägen und Schleifen war die Unterkonstruktion fertig. Zusätzlich sollte die obere Platte noch durch Winkel und eine Querstrebe stabilisiert werden. Die Winkel wurden alle aus 2mm Alu gefertig und anschließend mit dem Schraubstock und Muskelkraft an die Neigung des Bootes angepasst. Ihr könnt euch vorstellen, dass dieser Arbeitsschritt mehr als nur eine Stunde gedauert hat.

Unterbau Schlaffläche Unterbau Schlaffläche

Bei einem Bekannten konnte ich übers Wochenende in die beheizte Halle, sodass der Kleber (Sikaflex 252 i) optimale Aushärtebedingungen hatte. Zuerst habe ich alle Klebestellen ordentlich angeschliffen und abgeklebt. Die Aluwinkel wurden mit Primer behandelt und dann sollte es schon ans kleben gehen. Die Unterkonstruktion kam als erstes dran und wurde mit viel Kleber auf den Bootsboden geklebt. Die Aluwinkel habe ich dann Stück für Stück angebracht und den Anpressdruck mit Klebeband hergestellt. So sollte bis zum Aushärten alles an seinem Platz bleiben.

Verklebter Unterbau Aluwinkel Aluwinkel

Für die beiden 2er Rutenhalter habe ich zwei Siebdruckplatten in der Stärke 21mm zurecht geschnitten und von hinten jeweils zwei M8 Edelstahlschrauben durchgeschoben. Die Klebefläche für die Siebdruckplatten wurde ebenfalls angeschliffen und diese dann mit reichlich Kleber aufgeklebt (Schichtdicke ca. 3-4 mm). Mit einer alten Badezimmervorhangstange presste ich die Platten fest an den Bootsrumpf.

Rutenhalteraufnahme

2 Tage später habe ich das Boot abgeholt und in meiner Halle alle Klebebandreste entfernt. Die Winkel waren sauber verklebt und alles schien an seinem Platz zu sein. Zur besseren Gewichtsverteilung habe ich noch eine Querstrebe aus einem Edelstahluprofil montiert.

Eingeklebte Aluwinkelzusätzliche Verstrebung

Der Zuschnitt der oberen Platte gestaltete sich durch die Bordwandneigung schwerer als gedacht und schon ist wieder ein ganzer Abend nur für das Zuschneiden und Schleifen draufgegangen. Zwei Abende später war die Platte an den Rumpf angepasst und die Öffnungen für die Stauklappen waren ausgeschnitten. Alle Schnittkanten wurden noch mit 2 Komponenten Harz bestrichen, um sie gegen Feuchtigkeit zu schützen.

IMG_3730 Platte

Nach dem Trocknen des Harzes ging es recht schnell. Die Platte wurde auf die Unterkonstruktion aufgeklebt und verschraubt. Oben wurden alle Spalte zwischen Rumpf und Platte mit Sikaforce 2 Komponeten Klebe/Dichtmasse wasserdicht versiegelt. Das Zeug war die Hölle, einmal irgendwo dran gekommen und schon geht es nicht mehr weg.

Vordere Platte Sikaforce Verfugung

Einen Tag später habe ich alle überstehenden Klebereste mit dem Teppichmesser entfernt und die Kanten zum Bootsboden sowie die Siebdruckplatte der Rutenhalter verfugt. Die Löcher für die Stauklappen wurden gebohrt und der Teppich wurde angepasst.

Verfugung Rutenhalter

Für die vordere Fläche benötigte ich fasst 1,3 kg Teppichkleber, den ich mit der Spachtel großzügig auf der Fläche verteilt hatte. Teppich drauf, ausrichten und etliche Steine und Platten zur Beschwerung drauf.

Teppichkleber Beschwerung

Am nächsten Tag ging es an die Stauklappen, diese wurden in die Öffnungen gelegt und der überstehende Teppich wurde entfernt. Unter der Stauklappe wurde ein Dichtband eingepasst und beide Klappen wurden mit je 14 Schrauben mit der Plattform verschraubt.

Stauklappen

Es war mittlerweile schon Ende März und meine Laune mehr oder weniger im Keller. So gut wie jeden Abend habe ich am Boot gearbeitet (teilweise bis 3 Uhr morgens). Als ich aber die fertige Plattform und die hintere Sitzfläche so vor mir sah, wusste ich wofür ich die letzten Wochen geschuftet hatte.

Vordere Liegefläche Liegefläche Liegefläche Hintere Sitzfläche

Einige Klampen wurden noch ans Boot geschraubt und ich fertigte mich noch ein paar UHalter damit die Gummiumrandung endlich vernünftig am Boot hielt.

Klampe

IMG_3678 IMG_3679 Halterung Gummilippe

Damit man die vordere Fläche nicht nur als Stauraum, sondern auch als Schlaf/Liegefläche verwenden konnte, habe ich noch zwei 18mm Schalungsplatten auf die passende Länge zugeschnitten. Unter jeder Schalungsplatte ist ein 3mm starkes UProfil zur Verstärkung. Unter Tags bzw. wenn die Verlängerung nicht benötigt wird, kann sie im vorderen Bereich auf den Boden des Bootes gelegt werden. Somit geht auch nichts im Weg um.

Schlafverlängerung

Die Gesamtkosten belaufen sich für Boot/Trailer und den Umbau auf knapp 4500 Euro. Das Boot wurde am 23.03.2016 fertig, am 24.03.2016 ging es damit noch Italien an den Lago Inferiore! Also soviel zum Thema „Diesmal alles mit der Ruhe“ und ich bleibe im Budget!

Grüße

Nino

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3 Comments

  1. Hi, everything is going well here and ofcourse every one is sharing information, that’s really fine, keep up writing. dkkfgccgfged

  2. Hallo,

    meine Hochachtung für den Umbau.
    Was für ein Boot hast du umgebaut?
    Und wie ist es mit der Unsinkbarkeit des Bootes jetzt ohne Auftriebskörper?

    Ich will meinen AnKa (DDR-Angelkahn) auch etwas optimieren. Aber in wesentlich bescheidenerem Umfang.

    Gruß

    • Servus Tobias,

      das erste war ein gebrauchtes Anka Baujahr ?, nach dem Umbau mit den wasserdichten Staufächern + Verstärkungen war es dann deutlich stabiler.

      Nachteile hatte ich damals keine, meiner Meinung nach reichen die Stauräume als Auftriebskörper völlig aus, können sich durch die dichten Klappen auch nicht füllen.

      Das zweite ist ein KMaxxi 4,60m, hier ist natürlich der größte Vorteil das die Auftriebkörper im doppelten Boden und den Luftkammern in den Seitenwänden sitzen.

      Grüße

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